Weitere Bewegungsstörungen
Neben den Erkrankungen mit verminderter Beweglichkeit – wie der Parkinson-Krankheit – gibt es auch Bewegungsstörungen mit unwillkürlichen, überschießenden Bewegungen. Diese sind zwar seltener, können jedoch ebenso belastend und einschränkend sein.
Zu diesen Erkrankungen zählen zum Beispiel:
Dystonien: Anhaltende oder wiederkehrende Muskelverkrampfungen, die zu verdrehten Haltungen oder unwillkürlichen Bewegungen führen. Bei fokalen Formen (z. B. Lidkrampf, Schiefhals, Schreibkrampf) gilt die Behandlung mit Botulinumtoxin als besonders wirksam.
Choreatiforme Bewegungsstörungen: Rasche, unkontrollierte Bewegungen einzelner Körperteile, die den Alltag erheblich beeinträchtigen können.
Auch diese Bewegungsstörungen erfordern eine individuelle neurologische Abklärung und Therapieplanung, um die Beschwerden bestmöglich zu lindern und die Lebensqualität zu verbessern.
Radikuläre Syndrome
Hierbei ist eine Nervenwurzel im Bereich der Wirbelsäule gereizt oder eingeklemmt, z. B. durch einen Bandscheibenvorfall oder Verschleiß der Wirbelsäule.
Typische Beschwerden:
ausstrahlender Schmerz im Arm oder Bein („Ischias“)
Taubheitsgefühle oder Kribbeln im Versorgungsgebiet der Wurzel
Kraftverlust bestimmter Muskelgruppen
Plexus-Erkrankungen
Der Nervenplexus ist ein Nervengeflecht, das Signale zum Arm oder Bein verteilt. Schädigungen können durch Verletzungen, Operationen, Tumoren oder Entzündungen entstehen.
Typische Beschwerden:
ausgeprägte Lähmungen oder Gefühlsstörungen eines gesamten Arms oder Beins
Schmerzen im Schulter- oder Beckenbereich
Einzelne periphere Nerven
Auch einzelne Nerven können betroffen sein – z. B.:
Karpaltunnelsyndrom: Taubheit und Kribbeln in den Fingern, besonders nachts
Peroneuslähmung: Fußheberschwäche, „Fußheberschritt“
Ulnarisneuropathie: Kribbeln oder Taubheit im kleinen Finger und Ringfinger
Diagnostik und Behandlung
Die Abklärung umfasst meist:
neurologische Untersuchung
Elektrophysiologie (Nervenleitgeschwindigkeit, EMG)
ggf. Bildgebung oder Blutuntersuchungen
Die Therapie richtet sich nach der Ursache und reicht von medikamentöser Behandlung über physiotherapeutische Maßnahmen bis hin zu operativen Eingriffen bei mechanischer Einengung.