Neuromuskuläre Erkrankungen
Neuromuskuläre Erkrankungen betreffen die Signalübertragung zwischen Nerven und Muskeln oder die Motorneurone selbst. Zwei wichtige Beispiele:
Myasthenia gravis (MG):
- Autoimmunerkrankung, bei der die Signalübertragung vom Nerv auf den Muskel gestört ist.
- Typisch sind rasch ermüdende Muskeln, die sich bei Belastung zunehmend abschwächen – z. B. hängende Augenlider, Doppeltsehen, Schluck- oder Sprechprobleme, Muskelschwäche in Armen und Beinen.
- Charakteristisch ist eine tageszeitliche Schwankung: Die Beschwerden sind morgens oft leichter und verschlechtern sich im Laufe des Tages.
- Behandlung:
- Symptomatische Therapie: Medikamente, die die Verfügbarkeit von Acetylcholin am Muskel erhöhen → die Muskeln können wieder kräftiger arbeiten.
- Immunsuppression: mindestens ebenso wichtig, um die fehlgeleitete Immunreaktion langfristig zu bremsen und Schübe zu verhindern.
Amyotrophe Lateralsklerose (ALS):
- Eine Erkrankung der Motoneurone, also der Nervenzellen, die für die Muskelsteuerung verantwortlich sind.
- Führt zu einer fortschreitenden Muskelschwäche, die Arme, Beine, Sprech- und Schluckmuskulatur sowie im Verlauf auch die Atemmuskulatur betreffen kann.
- Eine Heilung ist derzeit nicht möglich. Auch Medikamente können den Verlauf bislang nicht entscheidend aufhalten.
- Daher steht der Erhalt der Lebensqualität im Vordergrund: durch Symptomlinderung, Unterstützung der Beweglichkeit, Hilfsmittel, Logopädie und – wenn nötig – moderne Atemunterstützung.