Kopfschmerzen

   Die Klassifikation der International Headache Society (ICHD-3) umfasst über 500 Seiten. In der Praxis unterscheiden wir grob zwischen primären Kopfschmerzensekundären Kopfschmerzen (als Folge anderer Erkrankungen) sowie Gesichtsneuralgien.

Die meisten Kopfschmerzformen sind primär, das heißt: Sie sind eigenständige Erkrankungen ohne zugrunde liegende organische Ursache. Dazu zählen vor allem:

  • Migräne

  • Spannungskopfschmerz

  • Clusterkopfschmerz

Für viele Betroffene bedeuten Kopfschmerzen eine erhebliche Einschränkung der Lebensqualität. Alltag, Beruf und Freizeitaktivitäten werden beeinträchtigt – manchmal begleitet von der Sorge, dass eine ernste Erkrankung dahinterstecken könnte.

In unserer Praxis nehmen wir Ihre Beschwerden ernst. Gemeinsam entwickeln wir eine individuelle Strategie, um den Kopfschmerzen aktiv entgegenzutreten.

Wann Sie sofort eine Notaufnahme aufsuchen sollten

Bitte suchen Sie umgehend eine Rettungsstelle auf, wenn Sie Folgendes erleben:

  • plötzlich einsetzender, donnerschlagartiger Kopfschmerz (maximale Intensität innerhalb von Sekunden)

  • völlig neuer Schmerzcharakter oder deutlich stärkere Schmerzen als gewohnt

  • neurologische Begleitsymptome wie

    • Bewusstseinsveränderungen

    • Lähmungen

    • Sprachstörungen

    • Sehstörungen

  • Nackensteife oder Fieber

Diese Symptome können auf eine ernsthafte Erkrankung wie eine Hirnblutung hinweisen und sollten sofort abgeklärt werden.

In allen anderen Fällen sind Sie in unserer Praxis herzlich willkommen. Gemeinsam finden wir einen Weg zu mehr Lebensqualität – schmerzfreier, sicherer und individuell abgestimmt.

Migräne

Typische Beschwerden:

  • pulsierend, meist einseitig

  • mittel bis sehr starke Schmerzen

  • Übelkeit, Licht- und Geräuschempfindlichkeit

  • Verschlimmerung bei körperlicher Aktivität

  • bei etwa 15 %: Aura vor der Attacke (z. B. Flimmersehen, Sprachstörungen)

Dauer: 4 bis 72 Stunden pro Attacke

Entstehung:
Migräne entsteht durch eine besondere Reizempfindlichkeit bestimmter Hirnareale. Dabei kommt es zu einer Fehlregulation der Schmerzwahrnehmung und der Gefäßreaktionen im Gehirn.

Behandlung:

  • Medikamente: Triptane, Schmerzmittel, Mittel gegen Übelkeit

  • Vorbeugung bei häufigen Attacken (mehr als 4 pro Monat)

  • Lebensstil: Stressabbau, geregelter Schlaf, Triggervermeidung

  • ergänzend: Entspannungsverfahren, regelmäßige Bewegung, ggf. Verhaltenstherapie

Spannungskopfschmerz

Typische Beschwerden:

  • dumpf-drückend, beidseitig

  • oft beschrieben „wie ein zu enger Helm“

  • leichte bis mäßige Intensität

  • meist ohne Übelkeit oder starke Licht- und Lärmempfindlichkeit

Dauer: Minuten bis mehrere Tage

Behandlung:

  • Schmerzmittel bei Bedarf (vorsichtig, um Medikamentenübergebrauch zu vermeiden)

  • Entspannungstechniken, Stressbewältigung

  • regelmäßige Bewegung und Ergonomie am Arbeitsplatz

Was Sie selbst tun können

  • Kopfschmerztagebuch führen: Notieren Sie Zeitpunkt, Dauer, Intensität und mögliche Auslöser – das erleichtert die Diagnose und Therapie.

  • Regelmäßiger Schlaf: Ein stabiler Schlaf-Wach-Rhythmus hilft, Attacken zu vermeiden.

  • Ausreichend trinken: Flüssigkeitsmangel ist ein häufiger Auslöser für Kopfschmerzen.

  • Bewegung: Regelmäßiger Ausdauersport (z. B. Radfahren, Schwimmen, Walking) kann vorbeugend wirken.

  • Entspannungstechniken: Yoga, progressive Muskelentspannung oder Atemübungen helfen, Stress als Kopfschmerztrigger zu reduzieren.

Unser Ziel ist es, die für Sie passende Behandlung zu finden, damit Sie Ihren Alltag wieder möglichst frei von Kopfschmerzen gestalten können.

Nach oben scrollen